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Mit Freude und Zuversicht die Unternehmenszukunft gestalten:
Für mehr lohnende Kunden, höheren Gewinn, abgesicherte Liquidität.

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern
und die anderen Windmühlen.

Chinesisches Sprichwort.
Aktuell:
Sechs Hüte oder wie wir anders denken lernen

„Die Weise, wie wir denken, ist das größte Problem der Menschheit“, sagt der Mediziner und promovierte Psychologe Edward de Bono im Interview mit Christiane Sommer in der Novemberausgabe 2009 von „brand eins“. Um unser eingeschränktes Denken nachhaltig zu verändern, hat de Bono die Methode der sechs Hüte entwickelt. Sie soll uns dabei helfen, aus unseren Denkschablonen auszubrechen und neue Wege zu gehen. „Laterales Denken“, will er uns damit beibringen, also die Fähigkeit, ein Thema unter verschiedenen Denk- und Wahrnehmungsperspektiven zu betrachten.

Die Weisheit der Vielen

2005 hat der amerikanische Journalist James Surowiecki ein Buch mit dem Titel „Die Weisheit der Vielen“ veröffentlicht. Darin versucht er zu beweisen, dass und warum Gruppen klüger sind als Einzelne und zu zeigen, wie man das kollektive Wissen für wirtschaftliches, soziales und politisches Handeln nutzen kann.

Um zu guten Entscheidungen zu kommen, sei nichts so geeignet wie heterogen zusammengesetzte Gruppen, schreibt der Journalist. Und nichts führe leichter zu falschen Urteilen als Vertrauen in Expertenteams. Seine Thesen untermauert der Autor mit zahlreichen unterhaltsamen Beispielen wie Gewichtsschätzungen auf Viehmärkten.

Der Erfolg von Gruppen-Entscheidungen ist nach Surowiecki abhängig von Diversität, Unabhängigkeit und Dezentralisierung. Je vielfältiger und unbeeinflusster die Meinungen der Gruppe seien, desto besser das Urteil. Ein Kompromiss ist sozusagen die schlechteste mögliche Entscheidung. Je heterogener eine Gruppe zusammengesetzt ist, desto besser. In den meisten Unternehmen werden kleine Expertenteams eingesetzt, die oft dieselben Grundüberzeugungen teilen, sich schon kennen und deshalb bestimmte Verfahren der Entscheidungsfindung entwickelt haben – bewusst oder unbewusst. Laut Surowiecki gibt es für ein Unternehmen nichts Schädlicheres als eine Entscheiderriege ähnlich tickender Manager.

Es lebe das Mittelmaß?

Ihren Ursprung haben Surowieckis Thesen in den 20er-Jahren. Damals machte die amerikanische Soziologin Kate Gordon ein einfaches Experiment: Sie bat ihre Studenten, eine Hand voll Gegenstände nach dem geschätzten Gewicht in einer Reihe anzuordnen. 200 Studenten nahmen an dem Test teil. Gordon zählte am Ende zusammen und ermittelte den Durchschnitt der Schätzwerte. Die Gruppe hatte eine Trefferquote von 94 Prozent. Nur fünf einzelne Teilnehmer erzielten mit ihrer Schätzung ein besseres Ergebnis. Der Durchschnitt war besser als der Einzelne. Danach wurden weitere Forschungen, zum Beispiel mit Wetten gemacht. Die Spektakulärste davon war wohl die um die Suche nach dem verschwundenen U-Boot Scorpion 1968. Das U-Boot konnte auf einer Strecke von 5.000 Kilometern überall sein. Die Chancen, das Boot zu finden, standen schlechter als eins zu einer Million. Der Tiefseewissenschaftler John Craven kam auf die Idee, U-Boot- und Bergungsexperten Wetten darauf abschließen zu lassen, mit welcher Geschwindigkeit und in welchem Neigungswinkel die Scorpion bei ihrer Unglücksfahrt dem Meeresboden zusteuerte und welche Route sie dabei verfolgte. Mathematiker stellten damit Berechnungen an und ermittelten so eine Stelle in 650 Kilometer Entfernung von den Azoren als Punkt größter Wahrscheinlichkeit. Tatsächlich fand man das U-Boot nur 200 Meter entfernt von der berechneten Stelle.
Kritiker betrachten die Theorie von der „Weisheit der Vielen“ bzw. der „Schlauen Menge“ mit Misstrauen und führen ihrerseits Beispiele an, bei denen sich die Meinung der Masse als Irrtum erwies.

Innovationen mit der Weisheit der Vielen

Trotzdem bleiben grundsätzliche Erkenntnisse von Surowiecki und seinen Vorgängern bestehen, die Unternehmen nutzen können bzw. teilweise schon ganz selbstverständlich nutzen, zum Beispiel im Bereich Open Innovation. Sie basiert darauf, dass zur Ideenfindung, -verdichtung und –umsetzung Gruppen gebildet werden, die sehr heterogen sind, in denen Fachleute ebenso zu finden sind wie Mitarbeiter aus anderen Bereichen, Externe und Kreative. Auch die Verfechter von Open Innovation gehen davon aus, dass bessere Ideen zustande kommen, wenn möglichst viele Menschen mit verschiedenen Ansichten ihre Meinung einbringen oder dass Gruppen klüger und kreativer sind als jede Einzelperson.

Unternehmen können die „Weisheit der Vielen“ auch in anderen Bereichen einsetzen. Viele Unternehmen haben zum Beispiel in den letzten Jahren aus Kostengründen Bereiche ausgelagert. Nur kurze Zeit später hat man häufig bemerkt, dass entweder die Qualität der Leistung litt oder sie genau so teuer geworden war wie zu Zeiten als man sie noch in-house erledigen ließ. Surowiecki macht nun geltend, dass viele Aufgaben gut und preiswert in-house erledigt werden könnten, wenn die Organisationsstruktur stimme. Ein tatsächliches Mitspracherecht der Vielen sei dafür unabdingbar. Viele Hierarchieebenen und viele Komitees kosteten nur Zeit und Geld und behinderten die Qualität von Entscheidungen, da immer der kleinste gemeinsame Nenner gesucht werde. Dagegen sei es sinnvoller, echte Entscheidungsbefugnisse weiter zu streuen, denn: „Die Menschen mit dem Wissen um das Problem sind meist diejenigen, denen die beste Lösung einfällt.“ Leider setzten die meisten Verantwortlichen diese Binsenweisheit nicht um, klagt Surowiecki. Dabei arbeiteten Menschen um so engagierter und produktiver, je mehr Verantwortung sie für das tragen würden, was sie tun. Und wer nicht auf Befehle und Anweisungen warte, überlege notgedrungen selbst, wie eine Aufgabe am besten anzugehen sei.

Was Team Denzer für Sie tun kann

Wir können Sie dabei unterstützen, die Weisheit der Vielen und Ihrer Mitarbeiter zu nutzen. Damit schaffen Sie parallel ein verbessertes Unternehmens- und Innovationsklima. Das hilft Ihnen dabei, Probleme und Aufgaben schneller und besser zu lösen und in Ihrer Branche die Innovationsführerschaft zu übernehmen.